
"Himmel, Arsch und Hirn"
Ständig wird vom Himmel das Blaue heruntergelogen, aber kein Hirn herabgeworfen. Da fragt man sich doch: Haben die "oben" überhaupt Hirn, oder sind wir "unten" für die "oben" nur der Arsch? Wenn ja, sollten wir uns, anstatt ständig verarschen zu lassen, wieder bewusst werden, dass der Arsch einst als Symbol für die Abwehr des Bösen galt? Meinte man einer Hexe oder dem Teufel zu begegnen, glaubte man, sie durch das Zeigen des nackten Arsches abwehren zu können. Bei Kanzlerin oder Bundespräsident hilft das heute wenig, weil man ihnen meist nur in den Medien begegnet, die uns das Hirn weichspülen und weismachen, im Himmel wäre Jahrmarkt. Zur Abwehr haben wir nur die Wahl. Entweder wir schlagen unser Kreuz auf einem Schein, eine Scheinwahl also, oder wir halten es mit Goethes "Götz von Berlichingen" III. Akt, 4.Szene.
Bevor aber alles im Arsch ist, kann man seinen aber auch heben und ins Kabarett tragen. Zwar hängt da der Himmel auch nicht voller Geigen, höchstens voller Pointen bei denen man, ehe uns die Himmelhunde, Arschgeigen und Hirnis zu Tode betrüben, wenigstens himmelhoch jauchzen kann. Schon Martin Luther sagte über die Wirkung des Kabaretts: "Aus einem traurigen Arsch, fährt nie ein fröhlicher Furz." Deshalb also "Himmel, Arsch und Hirn".
Oder würden Sie in ein Programm gehen, dass "Bundestag, Plebs und Verblödung" heißt? Na, sehen Sie!
von und mit: Lothar Bölck & Hans-Günther Pölitz
Regie: Regina Pölitz
Fotos: Regina Pölitz